Friederike Riesch

Schon während meiner Promotion habe ich zu den Rothirschen auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr geforscht. Deshalb konnte ich beim Projekt WeideWildWolf von Beginn an mit dabei sein. In meiner Doktorarbeit habe ich herausgefunden, dass die Beweidung der Rothirsche im Offenland zum Erhalt geschützter Lebensraumtypen und der floristischen Diversität beiträgt (Link zu Publikationen?). Jetzt beschäftigt ich mich vorwiegend mit dem Projektteil „Wolf und Landnutzung“. Aus ökologischer Sicht interessiert mich besonders die Frage, ob und wie sich der Einfluss wildlebender Pflanzenfresser wie Reh und Rothirsch auf die Vegetation in Wald und Offenland bei der Anwesenheit von Wölfen verändert. Ebenso wichtig sind für mich die potentiellen Folgen der Rückkehr des Wolfes für verschiedene Landnutzungsformen, insbesondere die Haltung von Weidetieren. Dieses Thema liegt mir nicht nur am Herzen, weil ich seit Juni 2015 in der Abteilung Graslandwissenschaft der Uni Göttingen arbeite, sondern auch weil ich auf dem Dorf aufgewachsen bin, selber ein Pferd im Offenstall halte und daher auch persönlich einen engen Bezug zur Landwirtschaft habe. Im Projekt WeideWildWolf kann ich die vielfältigen Forschungsinteressen weiterverfolgen, die ich während meines Studiums der Biologischen Diversität und Ökologie mit Schwerpunkt Naturschutz entwickelt habe. Dabei erhoffe mir, mit wissenschaftlichen Erkenntnissen dazu beizutragen, dass eine möglichst konfliktarme Integration des Wolfes in unsere heutige Kulturlandschaft gelingt. 

Johannes Isselstein

Als Agrar- und Graslandwissenschaftler habe ich ein besonders Forschungsinteresse an weidenden, also herbivoren Tieren, die zellwandreiche Biomasse für ihre Ernährung bzw. Energieversorgung nutzen können. Vor allem handelt es sich um landwirtschaftlich gehaltene Tiere, also Rind, Pferd, Schaf und Ziege, aber Wildtiere, wie etwa das Rotwild, zählen auch dazu. Dabei beschäftige ich mich weniger mit den Tieren an sich, sondern vielmehr mit den Spuren, die die Tiere auf der Fläche oder in der Landschaft hinterlassen. Welweit gesehen sind 70 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche Grasland bzw. graslandähnliche Offenlandbiotope. Vom Gras- bzw. Offenland abhängige Herbivore setzen riesige Stoff- und Energiemengen um, gleichzeitig prägen Sie durch ihr Verhalten die Graslandvegetation und das Erscheinungsbild der Landschaft. Mit unserer Forschung konnten wir zeigen, dass das Rotwild unter Bedingungen, unter denen eine landwirtschaftliche Nutzung weitgehend unterbleibt, Grasland- bzw. Vegetationstypen ausbildet und erhält, die denen einer vorindustriellen Landwirtschaft in weiten Teilen entsprechen. Dieser Befund wurde unter ‚wolffreien‘ Bedingungen ermittelt. Im aktuellen Projekt wollen wir feststellen, ob der landschaftsprägende Effekt des Rotwilds erhalten bleibt bzw. verändert wird, wenn der Wolf erfolgreich Einzug gehalten hat.

Marcus Meissner

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit, sed do eiusmod tempor incididunt ut labore et dolore magna aliqua. Ut enim ad minim veniam, quis nostrud exercitation ullamco laboris nisi ut aliquip ex ea commodo consequat. Duis aute irure dolor in reprehenderit in voluptate velit esse cillum dolore eu fugiat nulla pariatur. Excepteur sint occaecat cupidatat non proident, sunt in culpa qui officia deserunt mollit anim id est laborum. Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit, sed do eiusmod tempor incididunt ut labore et dolore magna aliqua. Ut enim ad minim veniam, quis nostrud exercitation ullamco laboris nisi ut aliquip ex ea commodo consequat. Duis aute irure dolor in reprehenderit in voluptate velit esse cillum dolore eu fugiat nulla pariatur. Excepteur sint occaecat cupidatat non proident, sunt in culpa qui officia deserunt mollit anim id est laborum.

Maria Paap

Geboren in Rostock und aufgewachsen im Mecklenburger Hinterland, beschloss ich nach meiner Schulzeit eine intaktere Wildnis zu bereisen, und verbrachte 1 Jahr in Kanada. Dort lernte ich viele verschiedene Sichtweisen auf den Umgang mit Großprädatoren kennen. Das erwähnenswerteste Beispiel war zweifelsohne der Umgang mit Eisbären- eine Art die vom Aussterben bedroht und schützenswert, aber sehr letal im direkten Kontakt zum Menschen ist.  Damals erwuchs in mir ein reges Interesse an dem besseren Verstehen der Wechselwirkungen zwischen der „wilden Natur“ mit dem „zivilisierten Menschen“.

Nach meiner Rückkehr und einem abgeschlossenen Studium in der Veterinärmedizin (2016) arbeitete ich zunächst in der Praxis, um anschließend in die Forschung zu wechseln.  Hier arbeitete ich zwei Jahre an der Erkundung von Mechanismen der tiefen Hirnstimulation mit.

Im WeideWildWolf Projekt mitzuwirken bietet mir nun endlich die Möglichkeit meinem ursprünglichen Interesse nachzugehen. Dabei wird mein Schwerpunkt auf der Erforschung der Populationsdynamik des Rotwildes, dessen Räuber-Beute Beziehung zum Wolf, und der Unterstützung und medizinischen Begleitung der Distanzimmobilisation von Wolf und Hirsch sein.

Niko Balkenhohl

Ich wusste schon sehr früh, dass ich mich beruflich mit Wildtieren beschäftigen wollte. Um dieses Ziel zu erreichen, habe ich zunächst Forstwissenschaften in Göttingen studiert und danach Umweltmonitoring in Vechta. Bereits während meines Studiums war ich an wildbiologischen Forschungsprojekten beteiligt, unter anderem zu Präriehunden, Schwarzbären und Rothirschen. Für meine Diplomarbeit habe ich in Namibia Geparden und Leoparden gefangen und besendert, bevor ich für meine Doktorarbeit in die USA an die University of Idaho ging. Für meine Dissertation habe ich u.a. den Genfluss bei Vielfraßen und Pumas erforscht. Bisher war ich an Forschungsprojekten auf sechs Kontinenten beteiligt – dennoch finde ich Wildtierforschung im dicht besiedelten und stark fragmentierten Deutschland ganz besonders spannend und wichtig. Die Auswirkungen großer Beutegreifer auf die von ihnen bewohnten Ökosysteme wurden bisher fast ausschließlich in großen Wildnisgebieten bzw. Nationalparks in Nordamerika und Afrika untersucht. Gesicherte Erkenntnisse aus der Kulturlandschaft fehlen hingegen weitestgehend, obwohl sie für ein adäquates Management unabdingbar sind. Umso mehr freut es mich, dass ich bereits seit 2014 zur Forschung in Grafenwöhr beitragen kann. Mein Aufgaben hierbei sind die Betreuung von Promovierenden und Postdocs, sowie die wissenschaftliche Begleitung der Projekte, insbesondere im Hinblick auf das Raum-Zeit-Verhalten der Wildtiere.

Nina Gerber

Ich bin Anfang 2020 für das WeideWildWolf Projekt nach Göttingen gekommen um das Bewegungsverhalten von Hirschen und Wölfen zu untersuchen. Dabei interessiert mich besonders wie sich die Rückkehr der Wölfe auf das Verhalten der Hirsche und somit auf das ganze Ökkosystem und die Kulturlandschaft auswirkt. Meine Hauptaufgabe im Projekt ist die Datenanalyse, ich freue mich aber auf Mithilfe in der Feldarbeit und auch andere Aspekte der interdisziplinären Forschung kennenzulernen.

Ich habe 2018 in Evolutionsbiologie an der Universität in Zürich (Schweiz) und der Universität Jyväskylä (Finnland) promoviert. Danach habe ich im Rahmen eines SNF Postdoc Fellowships in Australien das Bewegungsverhalten von Rifffischen untersucht. Dabei wollte ich herausfinden wie man marine Schutzzonen am besten platziert, wenn man berücksichtigt, dass die Tiere die darin leben sich bewegen und verbreiten. Durch das WeideWildWolf Projekt hatte ich nun die Möglichkeit zurück nach Europa zu kommen und mir einen Kindheitstraum zu erfüllen und an einem Forschungsprojekt zum Thema Wolf mitzuarbeiten.

Sven Herzog

Sven Herzog stammt aus einem Tierarzthaushalt und hatte seit seiner Kindheit immer Tiere um sich. Hier entwickelte sich vermutlich auch das große Interesse für Wildtiere. Seinen Interessen folgte er dann auch im Studium der Forstwissenschaften, Biologie und Medizin. In seiner Diplom- und später Doktorarbeit an der Abteilung Forstgenetik der Georg-August-Universität Göttingen untersuchte er die genetischen Strukturen verschiedener Hirscharten und befasste sich dabei ausführlich mit evolutionsbiologischen Fragen. Seine Dissertation widmete sich darüber hinaus einem damals noch völlig neuen und kaum beachteten Thema, der Frage der Erhaltung der Biodiversität bei großen, mobilen Säugetieren. 

Anfang der 1990er Jahre wandte sich Herzog zunächst seinem zweiten großen Interessengebiet, der Medizin zu. Nach beinahe zehn spannenden, aber auch fordernden Jahren vor allem in der Geburtshilfe an einer großen Universitätsklinik war es wieder einmal Zeit für eine Veränderung, und sein Weg führte ihn quasi zurück zu den Wurzeln. 

Mit Übernahme der Dozentur für Wildökologie und Jagdwirtschaft der Technischen Universität Dresden legte er seit 1999 zusammen mit seinen Mitarbeitern die Forschungsschwerpunkte des Lehrstuhls auf die nun mittlerweile sehr in Mode gekommene, doch nichtsdestoweniger spannende Biodiversitätsforschung, aber auch auf wichtige anwendungsorientierte Themen wie „Wald und Wild“, „Wildtiere und Verkehrswege“, „Wildtiere in Großschutzgebieten“ und nicht zuletzt die Fragen der Rückkehr der großen Prädatoren.

Als Mitbegründer und Vorstand des Instituts für Wildbiologie Göttingen und Dresden e.V. war Sven Herzog bereits in die Leitung der beiden Vorgängerprojekte involviert, welche die Raumnutzung und Aktivität des Rotwildes und die Frage der Offenlandnutzung und Beweidung durch diese Spezies am Beispiel des Bundesforstbetriebes Grafenwöhr untersuchten. 

Logo.png

Die Wiederbesiedelung der Kulturlandschaft durch den Wolf -

Lebensraumnutzung, Auswirkungen auf Beutetiervorkommen und mögliche Folgen

für die regionale Land- und Forstwirtschaft 

created by Nina Gerber