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Wolf und Verhalten

Fragestellung

 

Die Biologie des Wolfes wurde weltweit in unterschiedlichen Lebensräumen mit etablierten Vorkommen umfassend erforscht. Die erfolgreiche Rückkehr des Wolfes in eine intensiv genutzte und vergleichsweise dicht besiedelte Kulturlandschaft wie in Mitteleuropa ist jedoch ein bisher weitgehend einmaliger Prozess. Über Verhalten und Lebensraumnutzung von Wölfen in der mitteleuropäischen Kulturlandschaft ist wenig bekannt. In Deutschland gibt es zwar eine Dokumentation der Wolfsbestände und deren Verbreitung, aber es gibt noch viel Potential für die Behandlung konkreter Forschungsfragen. Wir wollen das Verhalten des Wolfes in der mitteleuropäischen Kulturlandschaft beleuchten und die Lebensraumnutzung, Anpassungen an menschliche Aktivität sowie den Einfluss auf das Ökosystem wissenschaftlich untersuchen und mögliche Konfliktgebiete identifizieren. untersuchen und eine wissenschaftliche Basis für eine mögliche Lösung bestehender und zukünftiger Konflikte schaffen. 

Kamerafallenmonitoring

Seit 2016 erfassen wir die Wolfspräsenz mittels Kamerafallenmonitoring. Diese Kameradaten können uns wichtige Informationen zum Vorkommen und zur Lebensraumnutzung der Wölfe liefern. Dazu bringen wir die Fotofallen an strategisch gelegenen Standorten (beispielsweise entlang von Straßen) an, um möglichst viele Nachweise von Wölfen zu generieren und regelmäßige Wolfsstandorte zu identifizieren. Die Kamerabilder können aber auch zusätzliche Informationen zu Rothirschdichten oder Interaktionen zwischen Wölfen und Rothirschen einbringen.

Lebensraumnutzung

Die meisten Studien zur Lebensraumnutzung des Wolfes stammen aus Nordamerika oder aus etablierten Populationen aus Skandinavien, Italien, Spanien oder Polen. Diese Lebensräume sind aber kaum mit der dicht besiedelten Kulturlandschaft Mitteleuropas vergleichbar. Eine Analyse der Raumnutzung wird Aufschluss über die Lebensweise des Wolfs in unserer Kulturlandschaft bringen. 

Zudem können wir die Bewegungsdaten der Tiere in Zusammenhang mit menschlicher Aktivität und Infrastruktur stellen. Wölfe sind scheue Wildtiere, nutzen aber gerne menschliche Strukturen wie Straßen und verbreiten sich aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit auch in relativ dicht besiedelten Regionen. Regelmäßiges Auftreten von Wölfen in Siedlungsnähe im ländlichen Raum ist Teil ihrer natürlichen Lebensraumnutzung, stellt aber gleichzeitig ein erhebliches Konfliktpotential dar. Ziel ist es, Annäherungen an menschliche Strukturen vor dem Hintergrund der gesamten Lebensraumnutzung eines Individuums zu quantifizieren und zu analysieren. Diese Ergebnisse werden gegebenenfalls auch in das Risikomodell aus dem Projektteil "Wolf und Landnutzung" einfließen . 

Außerdem können wir die Daten zur Lebensraumnutzung des Wolfs dazu nutzen, die Auswirkungen seiner Rückkehr auf das Ökosystem zu untersuchen. Die meisten Studien, in denen untersucht wurde, wie sich der Wolf auf das Ökosystem auswirkt, stammen aus Nordamerika. Im Rahmen eines Naturschutzprojektes wurden dort Wölfe im Gebiet des Yellowstone National Park wieder angesiedelt. Die in den 1990er Jahren ausgesetzten Tiere vermehrten sich dort schnell und beeinflussten das ganze Ökosystem (hier gibt es einen Artikel dazu). Diese Studien sind aber kaum vergleichbar mit der Situation in Europa, wo der Wolf auf natürlichem Wege in eine dicht besiedelte Kulturlandschaft zurückkehrt. In unsere Studie wollen wir  Telemetriedaten von Wölfen und Rothirschen verknüpfen, um die Auswirkungen der Wolfspräsenz auf das Verhalten und die Lebensraumnutzung der Rothirsche zu ermitteln (mehr Informationen dazu finden Sie im Projektteil  Wolf und Rothirsch).

Besenderung der Wölfe

Zusasätzlinch zum erfassen der Labensraumnutzung mit Kamerafallen, sollen im Proekt Woöfe besendert werden um ihr Verhalten genauer untersuchen zu können. Der Fang und die Besenderung von Wölfen soll vorrangig auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr erfolgen. Der Fang von Wölfen – äußerst anpassungsfähigen, intelligenten und lernfähigen Tieren – stellt eine große Herausforderung dar. Somit ist die Entwicklung und Erprobung von Fangmethoden eine eigenständige Aufgabe im Rahmen des Projektes um neue Methoden zum tiergerechctef Fang zu entwickeln. 

Wolf und Verhalten

Mit Hilfe von GPS-Telemetrie, Fotofallen, Analysen der Nahrungszusammensetzung und weiteren Forschungsmethoden werden Raumnutzung und Verhalten der Wölfe untersucht. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Frage, ob und wie Wölfe siedlungsnahe Bereiche nutzen, sowie auf potentiellen Konflikten mit der Haltung von Weidetieren.

Es wird untersucht, welche Folgen die Wiederbesiedlung der Kulturlandschaft durch den Wolf für verschiedene Formen der Landnutzung mit sich bringt. Weideflächen in der Region werden kartiert und Nutztierhalter zum Einfluss der Wolfspräsenz auf die Weidehaltung befragt. Mögliche Auswirkungen auf die Vegetationsentwicklung in Wald und Offenland werden anhand von Verbissaufnahmen, Ausschlussexperimenten sowie Erhebungen der lokalen Dichte von Reh und Rothirsch erfasst.

Wolf und Landnutzung

Auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr untersuchen wir die Räuber-Beute-Beziehung zwischen Wolf und Rothirsch. Rothirsche werden mit GPS-Sendern ausgestattet, um ihr Verhalten und dieLebensraumnutzung hinsichtlich möglicher Veränderungen durch die zunehmende Wolfspräsenz zu analysieren. Die jährliche Jagdstrecke liefert Kennzahlen zur Populationsdynamik und -struktur des Rothirschbestands. 

Wolf und Rothirsch
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Die Wiederbesiedelung der Kulturlandschaft durch den Wolf -

Lebensraumnutzung, Auswirkungen auf Beutetiervorkommen und mögliche Folgen

für die regionale Land- und Forstwirtschaft 

created by Nina Gerber

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